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Über uns

Das Rabbinatsgericht von Österreich

Das Rabbinatsgericht von Österreich ist ein orthodoxes jüdisches Religionsgericht mit Sitz in Wien. Es befasst sich insbesondere mit religiösen Scheidungen (Gett), Übertritten zum Judentum (Gijur) und rabbinischen Schiedsverfahren (Din Tora).


Darüber hinaus behandelt das Rabbinatsgericht Fragen des jüdischen Personenstands, die ihm von Rabbinern und jüdischen Institutionen zur Klärung vorgelegt werden. Dazu gehören unter anderem Anfragen aus der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG Wien).


Was ist ein Bejt Din?

Ein Bejt Din (בית דין) ist eine rabbinische Institution, die Angelegenheiten verhandelt und betreut, die nach jüdischer Tradition vor einem Bejt Din oder unter dessen Aufsicht durchzuführen sind, entsprechend den Anforderungen der Halacha.

Unsere Geschichte

Dem heutigen Rabbinatsgericht ging ein sefardisches Bejt Din in Wien voraus, das Rabbiner Yaakov Hotoveli gemeinsam mit Rabbiner Josef Pardess und unter Mitwirkung erfahrener Dajanim aus Israel betrieb. Dadurch bestand bereits lange vor der Gründung der heutigen Institution praktische Beth-Din-Tätigkeit in Wien.

2017 gründeten Rabbiner Yaakov Hotoveli, Rabbiner Josef Pardess und Rabbiner Arie Folger das heutige Rabbinatsgericht von Österreich. Rabbiner Hotoveli steht ihm als Aw Beth Din vor.

Anerkennung und Standards

Das Rabbinatsgericht von Österreich ist von der israelischen Oberrabbinate für Gijur und Gett anerkannt.

Für Menschen, die einen Gijur oder Gett benötigen, ist es langfristig von großer Bedeutung, dass das Verfahren sorgfältig, unter Beachtung der komplexen Einzelheiten der einschlägigen halachischen Vorschriften und unter Aufsicht und Anleitung eines qualifizierten Rabbinatsgerichts durchgeführt wird. Die Anerkennung dokumentiert, dass das Rabbinatsgericht die hierfür maßgeblichen Standards erfüllt.

Die Tätigkeit der Dajanim ist zugleich in die weitere europäische orthodox-rabbinische Zusammenarbeit eingebunden. Rabbiner Yaakov Hotoveli und Rabbiner Arie Folger gehören dem Standing Committee der Conference of European Rabbis (CER) an.

Unsere Dajanim


Rabbiner Yaakov Hotoveli

Aw Beth Din - Vorsitzender rabbinischer Richter

Rabbiner Yaakov Hotoveli ist Aw Beth Din des Rabbinatsgerichts von Österreich und Rabbiner der georgisch-jüdischen Gemeinde in Wien.

Bereits lange vor der Gründung des heutigen Rabbinatsgerichts gründete er in Wien ein sefardisches Bejt Din und sammelte dort gemeinsam mit weiteren Rabbinern und erfahrenen Dajanim aus Israel umfangreiche praktische Erfahrung in der Arbeit eines Bejt Dins. 2017 gründete er gemeinsam mit Rabbiner Arie Folger und Rabbiner Josef Pardess das heutige Rabbinatsgericht von Österreich.

Neben seiner Tätigkeit in Österreich wirkt Rabbiner Hotoveli auch in anderen europäischen Batei Din, darunter in Tschechien und auf dem Balkan. Er gehört außerdem dem Standing Committee der Conference of European Rabbis (CER) an.

Rabbiner Josef Pardess

Dajan


Rabbiner Josef Pardess ist langjähriger Rabbiner der Wiener Misrachi-Gemeinde und Dajan am Rabbinatsgericht von Österreich.

Er war bereits im sefardischen Bejt Din tätig, dem Vorläufer des heutigen Rabbinatsgerichts, und gründete 2017 gemeinsam mit Rabbiner Yaakov Hotoveli und Rabbiner Arie Folger das heutige Rabbinatsgericht von Österreich.

Innerhalb des Rabbinatsgerichts befasst er sich insbesondere mit Scheidungen und führt den Vorsitz bei schiedsgerichtlichen Verfahren.

Rabbiner Arie Folger

Dajan

 
Rabbiner Arie Folger ist Dajan am Rabbinatsgericht von Österreich und war von 2016 bis 2019 Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Seine praktische Tätigkeit in Batei Din begann bereits während seines Rabbinats in Basel und reicht damit seit mehr als zwei Jahrzehnten zurück.

Neben seiner Tätigkeit in Österreich wirkt er als Dajan auch in eigenständigen Batei Din in Tschechien und auf dem Balkan. Seit 2012 gehört er dem Standing Committee der Conference of European Rabbis (CER) an und ist Herausgeber ihrer rabbinischen Fachzeitschrift Seridim.

Rabbiner Sender Garber

Dajan

 
Rabbiner Sender Garber ist Dajan am Rabbinatsgericht von Österreich und Gründer und Leiter des Beit Midrasch Or Zarua in Wien.

Seit vielen Jahren widmet er sich dem Toralernen und der rabbinischen Bildungsarbeit, insbesondere innerhalb der russischsprachigen jüdischen Gemeinschaft. Er unterrichtet in mehreren Sprachen und bringt seine langjährige Lehr- und Gemeindearbeit in die Tätigkeit des Rabbinatsgerichts ein.

Tätigkeit innerhalb der österreichischen Rechtsordnung

Das Rabbinatsgericht von Österreich versteht seine religiöse Tätigkeit als Teil jüdischen Lebens in Österreich und nicht als Ersatz für die staatliche Rechtsordnung oder die österreichischen Gerichte.

Wo das Rabbinatsgericht als Schiedsgericht tätig wird, erfolgt dies im Rahmen des österreichischen Schiedsrechts. Voraussetzung für ein rechtlich verbindliches Schiedsverfahren ist eine entsprechende Schiedsvereinbarung der Parteien; Gegenstand eines solchen Verfahrens können nur Angelegenheiten sein, die nach österreichischem Recht schiedsfähig sind.

Ebenso sind religiöse und staatliche Eheschließung bzw. Scheidung voneinander zu unterscheiden. Ein Gett beendet eine Ehe nach jüdischem Recht, ersetzt aber eine erforderliche staatliche Scheidung nicht. Umgekehrt beendet eine staatliche Scheidung eine jüdische Ehe nicht nach der Halacha.

Das Rabbinatsgericht arbeitet damit innerhalb der österreichischen Rechtsordnung und zugleich nach den Anforderungen der Halacha.